Ein ritueller Räucherfächer

Räucherfächer werden in indigenen Traditionen bei Ritualen eingesetzt. Sie sind mit der Kraft der Luft verbunden und reinigen auf einzigartige Weise den Raum und die Energien. Im Ritual unterstützen sie die Anwesenden beim Loslassen des Alten und der Transformation der Themen.

Ich hatte schon einige wunderbare Fächer aus Federn und sogar aus ganzen Vogelschwingen gesehen, aber nie wollte ich einen besitzen.

Eines Tages fand ich beim Spaziergang mit meiner kleinen Tochter ein Vogelgerippe.

Es bestand aus zwei Schwingen, einem kleinen Schädel und einigen Knochen. Niemals hätte ich einen kompletten Vogel mitgenommen und seinen Flügel abgetrennt. Aber so entschied ich ihn mitzunehmen.

Die Überreste lagerte ich erst einmal zuhause, obwohl meine Familie wenig begeistert war, denn der Tod war einfach sehr präsent.

Räucherfächer und ihre Bedeutung

Einige Monate später kam der Impuls die Federn zu einem Räucherfächer umzugestalten. Außer ein wenig Klebstoff gelang mir mit natürlichen Materialien zu arbeiten, hielten doch die Sehnen und Knochen die Federn an Ort und Stelle.

Es wurde nicht nur (m)ein Räucherfächer (der mit dem Knochen), sondern zwei.

Ritual Federn

Bei einem Seminar schenkte ich der Leiterin den Räucherflügel, nichtsahnend, dass mich bald eine tiefe Seelenbegegnung mit dieser Frau erwartete. Bis heute sind wir tief verbunden.

Zwei Jahre nachdem ich den Vogel gefunden hatte, begann sich mein Fächer aufzulösen. Die Federn, die ich zusätzlich auf die Schwingen geklebt hatte wurden von kleinsten Tierchen zerfressen, der Knochen, den ich als Halter genutzt hatte, fiel ab.

Ich war entsetzt und tief traurig, ließ den Prozess aber zu und legte den Flügel auf eine besondere Stelle im Garten.

Lösen um zu empfangen

Kurze Zeit später war ich an einem kleinen See…und entdeckte…einen Flügel. Es war nur der Flügel übrig, wunderschöne schwarze Federn mit weißen Stielen lagen halb auf der Straße, halb am Ufer des Sees.

Einige Wochen lag er auf dem Balkon und ich wusste nicht so recht was ich damit tun sollte. Als ich wieder im Garten war rief mich der „alte Fächer“ und ich schaute ihn mir näher an. Seine Überreste wollten mit den neuen Federn zu einem neuen Fächer verschmelzen. Er sah ziemlich ramponiert aus. Die farbigen Federn hatten sich komplett aufgelöst, die großen Federn zersetzen sich auch nach und nach, außerdem war er in zwei Teile gebrochen. Ich hatte keine Ahnung, wie ich aus diesem Zustand einen Fächer zaubern sollte, war aber bereit es zu versuchen.

Gerippe Räucherfächer

Im Internet versuchte ich herauszufinden, wie ich einen Räucherfächer aus natürlichen Federn herstellen konnte, ohne, dass er sich nach kurzer Zeit wieder auflösen würde. Leider ziemlich erfolglos. Auch zum stabilen Bau eines solchen Fächers gab es weder auf YouTube noch bei Google wirklich brauchbare Ergebnisse.

Nun gut, ich versuchte es mit Menschenverstand und wusste, ich muss irgendwie sicherstellen, dass die kleinen Tierchen aus den Federn verschwinden um ihr Werk nicht fortzusetzen. Also kochte ich die Flügel in heißem Wasser aus. Alle Teile, die ich wiederverwenden wollte, Knochen und Federn.

Ein neuer Fächer entsteht

Mitte Juli, zu einem magischen Vollmond, wollten die Federn verarbeitet werden.

Hier also meine Vorgehensweise:

  • Alte Federn bügeln, vergolden und beglitzern

  • beide Teile als Grundgerüst verbinden

  • Mit Heißkleber die neuen auf die alten Federn kleben um die Schwinge zu vergrößern

  • Knochen säubern und mit Fimo verzieren

  • Edelsteine integrieren

  • Magische Symbole gestalten (Sonne, Mond, dreimondiges Zeichen der Göttin, Schlange, französische Lilie und verschiedene Blätter habe ich integriert)

  • Klebestellen mit Lederresten verdecken und die überstehenden Enden in Streifen schneiden

Wie immer begleiteten mich auch bei diesem Ritualgegenstand tiefe Themen und Prozesse. Der Song „Golden Age“ von FIA berührte mich in diesen Tagen tief und ich sang ihn wieder und wieder in mein Tun, einige Male hatte ich dabei Gänsehaut von Kopf bis Fuß. Und ich tanzte zum Album von Marya Stark „Lineage“. Auch diese erdigen und extrem kraftvollen Lieder zogen in den Fächer ein.

Federn Glitzer

Als ich ihn dann das erste Mal in Händen hielt durchströmte mich seine Kraft und magische Energie. Ich freue mich schon sehr darauf mit ihm zu Wirken und ihn in Ritualen einzusetzen.

In diesem Fächer haben sich mir nun sogar zwei wunderbare Luftwesen geschenkt.

Ich durfte im Prozess mit diesen beiden Vögeln lernen auf einer ganz tiefen Ebene zu vertrauen, den Dingen ihren Lauf zu lassen, sich die Materie auflösen zu lassen, wenn sie sich verändern möchte. Ich lasse los und neue Wege tun sich magisch auf.

Knüpfen des Neuen

Wie so oft begleitet mich die Kraft der Luft und ich gebe mich ihr hin, vertraue ihr und lasse mich mitnehmen auf die Reise. Wo auch immer sie mich hinführen wird.

In diesem Räucherfächer vereinigt sich die Kraft des Himmels (Federn) mit der Kraft der Erde (Edelsteine). Ich habe ihm noch kleine Muscheln geschenkt, dass die Wasserkraft ihn begleitet. Das Feuer ist beim Räuchern eh präsent und so haben wir alle Elemente im Ritual vereint.

Falls du eines Tages einen Flügel findest, oder eben Federn hast, die zu einem Räucherfächer werden möchten, verlasse dich auf dein Gefühl. Finde Wege und gehe sie. Zaubere zur rechten Zeit und am rechten Ort und ich weiß, es werden Wunder geschehen.

Falls du schon einen Räucherfächer gebaut hast freue ich mich über Hinweise zur „Bauanleitung“, über deine Erfahrungen und Erlebnisse. Schreibe mir gerne einen Kommentar.

Herzlichst

Deine Nina

Seite Räucherfächer

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