Ein Dank ans Wasser – 3 kleine Ideen für dein Wasserritual

Der Sommer ist langsam vorbei. Und ich möchte mich, bevor er ganz dahinschwindet, noch einmal erinnern. Ich war sehr mit dem Wasser. Vor allem in unserem Urlaub in Griechenland war ich ganz eins mit meinem Lieblings-Element.
Wir waren viel am Pool. Natürlich auch im Meer. Und wir waren in Polylimni, einem wunderschönen Ort mit Wasserfällen und Seen. Drei ganz unterschiedliche Wasser.
Schon alleine das viele Im-Wasser-Sein war durch viele kleine Ritualhandlungen ein Ritual. Ich habe das Wasser berührt, es durch meine Hände fließen lassen und viele Momente des bewussten Auflösens zelebriert.
Und dann gab es in mir den Impuls, von den verschiedenen Wassern etwas zu sammeln.
Schon im vergangenen Jahr ist in Griechenland eine ähnliche Idee entstanden: eine Dankesgabe an den Ort, an dem wir unseren Urlaub verbracht hatten. Damals hat mich die Erde gerufen. Dieses Mal das Wasser.

Mein Wasserritual
Meine ursprüngliche Vorstellung war, das Wasser vom Pool, aus dem Meer und aus Polylimni in einer Schale zusammenzuführen und miteinander zu vermischen.
Dieses Wasserritual habe ich so allerdings nie gemacht. Oder vielleicht doch – nur anders.
Einige Tage zuvor hatte ich bei einem Ritual ein Mandala gelegt. Als ich dieses Mandala später wieder auflöste, brachte ich seine Reste zurück auf die Erde. Und dort habe ich auch die verschiedenen Wasser über die Reste des Rituals gegossen.
So sind sie am Ende doch zusammengeflossen. Nicht in einer Schale, wie ich es ursprünglich vorhatte, sondern auf der Erde und in sie hinein.
Dieses Wasserritual wurde anders, als ich es mir vorher vorgestellt hatte. Und doch war es magisch und stimmig, genau so, wie es war.

Dem Wasser danken – dein eigenes Wasserritual
Du brauchst für ein Ritual mit Wasser keine besondere Anleitung. Du brauchst dafür keinen Urlaub in Griechenland, kein türkisfarbenes Meer und keinen Wasserfall.
Während ich diesen Artikel schreibe und all diese Bilder aus dem Sommer anschaue, merke ich, wie außergewöhnlich die Orte darauf sind. Natürlich fällt es mir dort leicht, das Wasser wahrzunehmen. Mich hineinzugeben. Es zu berühren und seine Schönheit zu bestaunen.
Aber Wasser ist auch das Wasser, das morgens aus meinem Wasserhahn kommt. Das Wasser unter der Dusche. Das Wasser im Schwimmbad. Der Regen auf meiner Haut. Das Glas Wasser, das ich trinke. Hier ist das Ritual genauso zuhause: mitten im Alltag.
Deshalb erzähle ich dir von drei Gesten, die meinem Dank Ausdruck geben. Und mit dieser Magie kann selbst ein Schluck Wasser oder ein paar Tropfen, die über meine Hände fließen, zu einer kleinen Geste des Dankes werden.

1. Berühre das Wasser
Wenn du das Wasser berührst, bring dein Bewusstsein in deine Hände. Lass deinen Dank und deine Liebe für das Wasser von deinem Herzen in deine Hände und über deine Hände ins Wasser fließen. So kann die Berührung zu einem Segen werden: Du berührst nicht nur das Wasser, sondern lässt deinen Dank über deine Hände hineinfließen.
Nimm etwas Wasser in deine Hände. Oder schöpfe es mit einer Muschel oder einer kleinen Schale und lass es langsam über deine Hände fließen. Spüre es. Du kannst das am Meer tun oder an einem Fluss. Aber genauso gut morgens am Waschbecken. Unter der Dusche. Im Schwimmbad. Oder wenn du dir ein Glas Wasser einschenkst.
Für einen Moment nicht nur benutzen. Bewusst berühren. Leg deine Hände hinein oder lass es über deine Haut laufen. Schließ für einen Moment die Augen. Und dann sag Danke. Laut oder nur für dich.

2. Tanze mit dem Wasser
Wenn du im Wasser tanzt, entsteht ein sinnliches, lebendiges Miteinander. Dein Körper bewegt das Wasser und das Wasser bewegt deinen Körper. Du fließt mit dem Wasser und das Wasser fließt mit dir. Dein Tanz wird zu einer weichen, spielerischen Art, das Wasser zu ehren und deinen Dank auszudrücken.
Ich liebe es, im Wasser zu tanzen. Den Körper zu bewegen und dabei auch das Wasser zu bewegen. Mit den Armen hindurchzufahren, mich tragen zu lassen, mich zu drehen, zu spielen. Auch das kann ein Ritual sein.
Für einen Tanz mit dem Wasser braucht es keinen einsamen See und kein Meer. Vielleicht bist du einfach im Schwimmbad und bewegst dich für einen Moment anders durch das Wasser. Aus Freude an der Bewegung.
Du bewegst das Wasser. Und das Wasser bewegt dich.

3. Singe dem Wasser ein Lied
Wenn du für das Wasser singst, bekommt dein Dank einen Klang. Deine Stimme bringt etwas zum Schwingen. So kann dein Dank durch deine Stimme ins Wasser fließen und dein Lied zu einer klingenden Gabe an das Wasser werden.
Du kannst dem Wasser ein Lied singen. Ich mag diesen Gedanken sehr. Vielleicht kennst du eines, das sich richtig anfühlt. Du kannst aber auch nur summen oder sogar dein ganz eigenes Lied entstehen lassen.
Auch das Singen kann ganz unspektakulär sein. Unter der Dusche, an einem See, mit den Füßen in einem Bach. Vielleicht sitzt du einfach mit einem Glas Wasser vor dir.
Sing dein eigenes Lied für das Wasser. Summe. Mach einen Ton. Lass deine Stimme über das Wasser wandern. Jenseits von schön oder richtig. Niemand muss dich hören. Es ist dein persönliches Geschenk an das Wasser. Es geht einzig und allein darum, deinen Dank klingen zu lassen.
Lieder, die dich bei deinem Ritual begleiten können:
-
„The Water Blessing Song“ – Nalini Blossom
Ein wunderschönes, ruhiges Segenslied für das Wasser. Für mich ein Lied zum Innehalten, Hände ins Wasser legen und einfach lauschen. -
„Honour the Water“ – Ayla Schafer feat. Murray Kyle
Ein Lied, um das Wasser ganz bewusst zu ehren. Schön zum Singen, aber auch, wenn du dich mit dem Wasser bewegen oder tanzen möchtest. -
„Agua Pura“ – Raio
Lebendiger und rhythmischer. Ein Dank an das lebensspendende und reinigende Wasser unserer Erde – für mich besonders schön zum Tanzen mit dem Wasser. -
„The Water Song“ – Dorene Day / Nibi Water Songs
Ein Lied, das tatsächlich dem Wasser gesungen werden darf. Schlicht, wiederholend und deshalb schön, wenn du selbst mitsingen und deinen Dank hineingeben möchtest. -
„Orinoco Flow“ – Enya
Ein Lied voller Weite, Fließen und Bewegung – für mich wunderbar, wenn dein Wasserritual leicht und frei sein darf. -
„(Sittin’ On) The Dock of the Bay“ – Otis Redding
Für die stillen Momente am Wasser. Sitzen, schauen, nichts tun müssen. Auch das ist eine Form, dem Wasser zu begegnen. -
„Here Comes the Rain Again“ – Eurythmics
Wasser ist nicht nur Meer, See oder Fluss ist. Vielleicht wird dein Wasserritual ein Tanz im Regen.

Dein Ritual mit Wasser darf ganz einfach sein
Ich glaube, eigentlich geht es darum, das Wasser wirklich wahrzunehmen, nicht nur zu benutzen. Es zu berühren. Mit ihm zu sein. Und Danke zu sagen.
Wenn du deinem Dank Worte geben möchtest, habe ich hier einen Segensspruch für dich:
Wasser, ich danke dir.
Für dein Fließen.
Für dein Tragen.
Für dein Reinigen.
Für das Leben, das du bist.
Ich erinnere mich daran,
dass du ein Geschenk bist.
Mögest du gesegnet sein.
Mögest du frei fließen.
Mögest du lebendig sein.
Danke.

Wer hier schreibt
Ich bin Nina Maria Doulgeris. Priesterin und Autorin. Ich schreibe Bücher und begleite Menschen online oder vor Ort in Stuttgart.
In meinem Blog findest du Inspirationen, Gedanken und praktische Impulse rund um Rituale – für das heutige Leben. Menschlich, offen und kreativ gestaltet.
In Liebe,
Nina
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